Epilepsie, Schwangerschaft und Geburt   


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Epilepsie, Schwangerschaft und Geburt


Epilepsie ist kein Hinderungsgrund, um auf Kinder zu verzichten und hängt allein von Ihren eigenen Wünschen ab. Bei Kindern von Eltern mit Epilepsie beträgt das Risiko, selbst Epilepsie zu bekommen, nur etwa fünf Prozent; bei eindeutig erblichen Formen ist das Risiko jedoch deutlich höher. Eltern, die wissen möchten, ob ihre Epilepsie erblich sein könnte, sollten das Risiko von einer genetischen Beratungsstelle abklären lassen.


Epileptikerinnen können vor und während der Schwangerschaft verschiedene Vorsichtsmaßnahmen ergreifen, um die Risiken bei einer Schwangerschaft und Geburt zu vermindern. Frauen mit Kinderwunsch sollten mit ihrem Arzt sprechen, um sich über spezielle Risiken zu informieren, die mit ihrer Epilepsie und den Anfallsmedikamenten zusammenhängen.


Da manche Antiepileptika das Risiko für Geburtsdefekte wie Gaumenspalte, Herzfehler oder Defekte an Fingern und Zehen erhöhen, wird während der Schwangerschaft unter Umständen zu einer Umstellung auf andere Medikamente geraten. Deshalb sollte eine solche Änderung besser rechtzeitig vor einer Schwangerschaft erfolgen, damit eine Aufdosierung der neuen Medikamente und eine Kontrolle der Blutspiegel möglich sind.


Informationen über mögliche Risiken unter der Therapie mit Antikonvulsiva bekommen Sie im Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie in Berlin (Fragebogen unter: www.embryotox.de oder telefonisch unter: 030/30308111).


Außerdem sollte bereits einige Zeit vor einer Schwangerschaft mit der Einnahme von Vitaminpräparaten begonnen werden - insbesondere Folsäure, die das Risiko von Geburtsdefekten verringern kann.


Frauen, die ungeplant schwanger geworden sind, sollten so schnell wie möglich mit dem Arzt über eine mögliche Senkung von Risiken sprechen. Sie sollten jedoch bis dahin Ihre Anfallsmedikamente weiter wie verordnet nehmen um vermeidbare Anfälle zu verhüten. Vor allem schwere Anfälle während der Schwangerschaft können das ungeborene Kind schädigen oder zu einer Fehlgeburt führen.


Bei Epileptikerinnen ändert sich während der Schwangerschaft manchmal die Anfallshäufigkeit, z.B. bei Umstellung der Medikation oder aufgrund einer Abschwächung der Arzneiwirkung durch das erhöhte Blutvolumen.
Was sollten Sie außerdem beachten?
Ist es sinnvoll Vitamine einzunehmen?


Schwangere Epileptikerinnen sollten Folsäure optimalerweise schon vor Beginn der Schwangerschaft (wenn Sie bereits die Schwangerschaft planen) einnehmen. Folsäuremangel tritt bei vielen Frauen auf, kann aber durch bestimmte Antikonvulsiva (u.a. Carbamazepin, Valproat) zusätzlich verstärkt werden. Der Bedarf bei Schwangeren und Stillenden ist zudem um 50 Prozent erhöht.


Folsäure ist ein Vitamin der B-Gruppe. Es hat eine wichtige Funktion bei der Zellbildung und Zellteilung. Ein Mangel an Folsäure kann zu den so genannten Neuralrohr-Defekten führen. Da selbst eine gesunde ausgewogene Ernährung nicht den erhöhten Bedarf an Folsäure decken kann, wird zumindest für das erste Drittel der Schwangerschaft eine Einnahme von 600 ?g/Tag empfohlen. Da eine gewisse Zeit benötigt wird, bis der Folatspiegel ausreichend aufgebaut ist, sollte diese im Idealfall mindestens 4 Wochen vor der Konzeption (Empfängnis) eingenommen werden.


Um Blutgerinnungsstörungen zu vermeiden, wird auch die prophylaktische Gabe von Vitamin K1 in den letzten Wochen der Schwangerschaft empfohlen bzw. auch die Gabe an das Neugeborene in der Zeit nach der Geburt.
Bei der Entbindung und nach der Geburt


Wehen und Entbindung verlaufen bei Epileptikerinnen meist normal ab. Es kann auch genauso eine natürliche Geburt geplant werden. Die Risiken für Blutungen, schwangerschaftsbedingte Krämpfe (Eklampsie), vorzeitige Wehen und Kaiserschnitt sind nur leicht erhöht.


Nach der Geburt haben Babys manchmal Entzugssymptome wie Erbrechen, Diarrhö (Durchfall), nur geringe Nahrungsaufnahme usw. von den Medikamenten der Mutter, die in der Regel innerhalb weniger Wochen oder Monate abklingen.
Epilepsiemedikamente und Stillen


Epilepsiemedikamente sind kein Grund, um auf das Stillen zu verzichten. Sie treten oft nur in sehr geringen Mengen in die Muttermilch über. Die Mengen sind dabei in der Regel nicht hoch genug, um das Baby zu schädigen, und viel geringer als die Mengen, denen das Kind im Mutterleib ausgesetzt war. Der gestillte Säugling sollte jedoch auf mögliche Substanzwirkungen beobachtet werden. Das können z.B. eine starke Müdigkeit oder eine sehr langsame Gewichtszunahme sein.



 
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